SM-Rituale

Dominierendes und Submissives

SM-Rituale

Beitragvon dev-Devils-Angel » So 18. Apr 2010, 00:42

Hallo

Ich stelle mir so sm rituale sehr interessant vor, zb das vor sessions irgendwo in bestimmter haltung gewartet werden muss oder das subi am schluss der session noch 10hiebe mit rohstock bekommt oder so...

lebt ihr solche rituale?
und was gibts noch für rituale?

gruss
dd- angel @rose@
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Re: SM-Rituale

Beitragvon Lou-Lou » So 18. Apr 2010, 10:00

Nun ich war nie ein ritualen Mensch und werde es auch nie sein. Klar wenn bestimmte Haltungen von mir verlangt werde nehme ich sie an soweit es mir möglich ist und ich willens bin, genau so gut wie ich erwarte dass bestimmte Haltungen gegeben werde wenn ich sie verlange. Ich bin aber der Meinung dass Ritualen nicht der Bestimmungsordner eine SM-Beziehung sein können, die devote und dominante Gestes sollen aus dem Bauch heraus kommen ohne Vorschriften, einfach so geschehen... sind dann auch am naturlichste und kommen ehrlicherer uber. Einstudiertes und angelerntes Verhalten kommt bei mir eher ein wenig lächerlich uber, der spontänitat womit ich jemanden der Hand kusse, womit ich jemanden Danke sage, oder womit ich jemanden mein Anerkennung biete sagt 1000 mal mehr als alles was ich mich Rituelle angeeignet habe.
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Re: SM-Rituale

Beitragvon dev-Devils-Angel » So 18. Apr 2010, 10:16

Sicherlich ist das auch so mit der Spontanität. Es war vielleicht auch nicht ein gutes beispiel was ich oben nannte. Aber es gibt bestimmt fantasievollere Rieten wo auch auf dauer ineressant sind?

gruss
dd-Angel
grad am studieren wiso es nur teufelssmiles gibt und keine engelsmily
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Re: SM-Rituale

Beitragvon Domenique » So 18. Apr 2010, 12:12

Rituale können durchaus eine sehr schöne und sehr bereichernde Angelegenheit sein. Ein Rituale ist ein nach vorgegebenen (in diesem Fall, selbst entworfenen) Reglen ablaufende, meist festliche und feierliche Handlung. Die kann in kleinem Rahmen, zum Beispiel bei einer intimen Sklavenvertragsunterzeichnung zu zweit stattfinden. Aber auch grössere Anlässe, wie zum Beispiel eine SM-Hochzeit, sind im Rahmen eines Rituals eine wundervolles und unvergessliches Ereignis.

Bei allen Szenarien, Sessions, Lektionen, Ritualen des BDSM gilt immer sowohl als auch. Sehr oft entdeckt man durch das Experimentieren und Auprobieren was einem noch zusätzlich gefällt oder lustvoll anheizt.

Rituale machen auch diejenigen, denen es besonders gefällt, nicht bei jedem Szenario oder einer SM-Session. Ich persönlich empfinde es als sehr schön, wenn ich mit meinem Subi oder auch unter SM-Freunden viele der diversen Möglichkeit zur Auswahl habe und so nach Lust und Neigung handeln kann. Für mich wäre BDSM und Fetischismus um ein vielfaches langweiliger, wenn ich/wir immer die immergleiche Variante ausleben würden. Dazu kommt ja auch, dass sich jeder in seinem Leben weiterentwickelt. Dies selbstvertändlich auch in seinen sexuellen Leidenschaften, sei es durch Erlebnisse, Partnerschaften, Freunde, Communities oder anderen Lebensumständen.

Ein Ritual sollte aber nicht verwechselt werden mit Regeln für das Verhalten zwischen Dom und Sub. Da gibt es die unterschiedlichsten Varianten. Von Stiefel-oder Fusskuss (bei Femdom's verbreitet) oder den Handkuss zur Begrüssung. Oder der gesenkte Blick der/des Sub. Die Pflicht zu besonderen Zeiten oder Anlässen ein Halsband zu tragen oder bestimmte Verrichtungen auch ohne Aufforderung zu erledigen und so weiter.

Zwischen mir und meinem Sklaven sind solche kleinen (Grund-)Regeln eine Möglichkeit auch im Alltag immer unterschwellig unsere Leidenschaft lustvoll am köcheln zu halten. Nach Aussen, besonders natürlich für Vanillas fallen diese Verhaltensregeln nicht auf. Aber sie lassen die von uns angestrebte und gelebte 24/7 SM-Beziehung sinnlicher aufrecht erhalten. Auch ein Einstieg in intensivere Gangart ist dadurch einfacher und schneller möglich. Dazu kann ich meinen Sub auch im Alltag immer mal wieder mit etwas willkommener Action überraschen/herausfordern, was unserer beider Lust und Leidenschaft doch sehr zuträglich ist ;-) .

Doch zurück zum BDSM-Ritual: Ich habe auch schon an SM-Spielparties (in Absprache mit der/dem Gastgeber/in) ein kleines Ritual (z.B. Skavenvertragsunterzeichnung) zur Freude der Anwesenden und meines Sklaven als kurzen Showact eingebaut.

Ich denke der Möglichkeiten gibt es unzählige, man darf und sollte sie bei gegenseitigem Interesse und Neigung durchaus auskosten. Schlussendlich geht es bei all dem immer nur um das Eine, den durchaus etwas besonderen Lustgewinn durch ein sehr variantenreiche "Leiden"-schaft die im gegenseitigen Einverständnis der Beteiligten stattfindet.

Grüsse
Domenique

PS: Es wurde wieder mal etwas länger als ursprünglich geplant. Aber kürzer kann ich es einfach nicht schreiben ;-)
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Re: SM-Rituale

Beitragvon dev-Devils-Angel » So 18. Apr 2010, 12:23

Vielen dank für die ausführliche erläuterung

das macht doch gar nichts wenns länger wird
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Re: SM-Rituale

Beitragvon Eosphoros » So 18. Apr 2010, 21:38

Verbinde gerne die klassische, westliche Ritualistik – wie sie etwa im ,Hermetic Order of the Golden Dawn’ gelernt wurde – mit Elementen des BDSM. Diese nutze ich dann ganz gezielt, um die Absicht des eigentlichen Rituals zu verstärken. Es geht dann folglich nicht mehr darum, dem Spiel einen feierlichen Rahmen zu verleihen, sondern die Energien von Eros und Thanatos zu nutzen um die eigentliche Absicht in einer kristallisierenden Form zu verstärken. Es ist ein überaus effizientes Mittel um beispielsweise das diskursive Denken zu überwinden, oder alte Prägungen und starre Konditionierungen aufzubrechen. Wie ich subjektiv schon erwähnte, ist es so dann jedoch nicht mehr wirklich ein SM-Ritual, sondern eine Handlung welche BDSM als wirkungsvolles Instrument verwendet.
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Re: SM-Rituale

Beitragvon dev-Devils-Angel » Mo 19. Apr 2010, 00:01

Danke dir

Kannst du mal ein beispiel nennen damit man sich ein besseres bild davon machen kann?

grüessli ddängeli
die heute wiedermal happy ist
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Re: SM-Rituale

Beitragvon Eosphoros » Mo 19. Apr 2010, 19:26

Hm, wie mache ich das nun verständlich? *sich am Hinterkopf kratzt*

Einige einfache Beispiele, die nicht all zu Komplex sind:

Wie im Vama Marga, kann man zum Beispiel die Überschreitung von gesellschaftlichen Tabus dazu benutzen, um die Vergöttlichung des individuellen Ichs voranzutreiben. Der rituelle Rahmen wird dann ganz bewusst dazu verwendet, die freigesetzten Energien in die gewünschte und angestrebte Richtung zu lenken.

Ebenfalls sehr viel versprechend ist die Arbeit mit dem Schatten – wie ihn C.G. Jung definiert, in dem man verdrängte Seelenanteile provoziert, um diese hernach in Liebe zu integrieren.

Zum laden von Sigillen (zur Herstellung siehe Austin Osman Spare) oder der Herstellung von gnostischen Trancezuständen, zu welchem Zweck auch immer, eignen sich gewisse SM-Techniken ebenfalls wunderbar.

Eine andere Möglichkeit wäre zum Beispiel auch, dass man sich – analog der Puppe aus dem Voudou, nur halt in lebendiger Form – ein Objekt nimmt, es mit Mumia (wie sie Paracelsus beschreibt) der anvisierten Person ausstattet und anschliessend eine Transplantation im Sinne des animalischen Magnetismus vornimmt.

Es gäbe hier noch schier unendlich viele andere Möglichkeiten zu beschreiben, aber im Endeffekt geht es mir um folgende zwei Dinge: Entweder nutze ich die Energien von Eros und Thanatos im rituellen Rahmen zur Selbsterkenntnis und -verwirklichung, natürlich auch jener des Gegenübers, oder ich generiere damit morphogenetische Felder (siehe hierzu Sheldrake).

Hofft, sich einigermassen verständlich ausgedrückt zu haben…

Gruss EP
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Re: SM-Rituale

Beitragvon Tautröpfchen » Di 20. Apr 2010, 19:28

@eosphoros

...weisch, i finde das immer sehr spannend, diner biträg ds läse. doch dasmal gsehni nume wild ananend greihti buechstabe u verstah weniger als nüt :grin:

mi würd interessiere, mit welne theme du di usenand setzisch dass när im endeffekt settiger biträg ds stand chöme.

i ha vo tute u blase ke ahnig u verstah wie gseit nid d hälfti vo däm wo du da erklärsch.

äs interessiert mi würklech.

härzlech,

silvia
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Re: SM-Rituale

Beitragvon Eosphoros » Di 20. Apr 2010, 23:45

Hey Tautröpfchen,

ich bin in meinen Interessengebieten ziemlich breit gefächert, aber wenn ich nebst der Arbeit und Ausbildung ein wenig Zeit habe, beschäftige ich mich unter anderem gerne mit folgenden Themen:

- (Tiefen-)psychologie (hauptsächlich nach C.G. Jung und Marie-Louise von Franz, aber auch Freud e.t.c.)
- Quantenphysik (halt so gut wie es für einen Laien geht)
- Fernöstliche Philosophie (Advaita-Vedanta, Raya Yoga, LHP, Zen…)
- Mythologie (ägyptisch, griechisch, germanisch, babylonisch)
- Neurolinguistische Programmierung
- Psychonautik (insbesondere bewusstseinsverändernde Substanzen)
- Westliche Magie, respektive Okkultismus (ganz allgemein und insbesondere im Sinne von: „Unmögliche Dinge tun“)
- Ökonomie (Finanzprodukte, Wirtschaftsentwicklung und Managementsysteme)
- Geistige Alchemie
- Gruppendynamische Konditionierungs- und Prägungsmechanismen (insbesondere jene von Glaubensgemeinschaften)
- Luziferianische Gnosis (Schlangen- und Drachenkult)
- Theosophie und Anthroposophie
- Sämtlichen Techniken welche zur Individuation hilfreich sind
- Klassische, westliche Ritualistik
- Hermetische Lehren (von Trismegistos bis zum Golden Dawn)
- Alternativen Lebensarten (sämtliche freiheitsliebenden Organisationsformen, die sich parallel zum gängigen Gesellschaftsbild entwickeln)
- Tempelritter und Katharer, respektive Albigenser
- Literatur (von Dostojewski über Goethe bis zu Lovecraft und E.A. Poe)
- Geheimgesellschaften (Illuminaten, Freimaurer e.t.c.)
- Hexentum und Inquisition
- Phantastischer Surrealismus und düstere Kunst
- Neo-mythologische Geschichtsbildung
- Philosophie (am meisten mit Nietzsche, aber auch mit Descartes, Rousseau, Foucault…)
- Kabbalah (jedoch nicht im orthodoxen Sinn)


Na ja, Fussball hat mich noch nie interessiert, folglich musste ich mir einige andere Studiengebiete suchen. ;-)

Mit einem lieben Gruss:

EP

P.S.: Nun hoffe ich, dass du dein Interesse nicht schon bereust. *ggg*
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