Unser Verein wird nicht nur grösser, auch unsere Szene wird vielfältiger. Und damit wachsen auch die Bedürfnisse, die an den Vorstand herangetragen werden. Unweigerlich sind wir im Vorstand dann manchmal unter einem ziemlich grossen Berg an Arbeit begraben: Events organisieren, Anfragen beantworten, über die richtige Spaghettisauce für den nächsten Event diskutieren, Blogs schreiben, nochmals über Alternativen für die Spaghettisauce diskutieren, neue Projekte entwickeln, diskutieren ob Spaghetti oder Penne besser sind, Newbies betreuen, ideale Kochzeiten von Pastawasser diskutieren, Workshops aufgleisen, nochmals diskutieren ob Pasta oder Pizza besser ist etc. Irgendwann fanden wir, bekleckert von zwölf verschiedenen Pastasaucen, mit klebrigen Nudeln im Haar während dem Aufwischen von überkochendem Salzwasser: So kann es nicht weitergehen.
Deswegen haben wir vor einem Jahr neben unserem “Tagesgeschäft” ein ambitioniertes Projekt gestartet: Eine radikale Umstrukturierung der Art und Weise, wie wir arbeiten. Hochtrabend wie wir sind, haben wir das Projekt “Kronos” genannt, nach dem griechischen Titanen, der seinem Vater mit ner Sichel die Eier abgeschnitten und damit das “goldene Zeitalter” eingeläutet hat. Ob das mit dem goldenen Zeitalter klappt, werden wir noch sehen, aber das Abhacken der Eier haben wir hingekriegt.
Das Ziel der Umstrukturierung war es, eine Arbeitsweise einzuführen, mit der wir
a) klarere Verantwortlichkeiten im Vorstand haben (es reicht, wenn 1 Person über die Spaghettisauce entscheidet);
b) uns so aufstellen, dass wir motivierte Kinksters in unseren Projekten einsetzen können (jemand Lust, Spaghetti zu kochen?);
c) mehr Raum für strategische Ideen haben (mal über was anderes nachdenken, als die Kochzeit von Penne).
Wir wollen den Auftrag der Vereinsstatuten bestmöglich erfüllen. Bei der Grösse und sozusagen auch “Dichte” unseres Vereins, sammeln sich bei allen Vorstandsmenschen eine verrückte Anzahl Arbeitsstunden. Keiner von uns scheut sich vor viel Arbeit zurück, aber wenn die Arbeitslast kontinuierlich steigt ohne das Gefühl zu haben, dass deswegen viel mehr erreicht wurde, stimmt etwas nicht.
Und so haben wir das gelöst: Für die klareren Verantwortlichkeiten, teilen wir die Vereinsarbeit in “Ressorts” ein – mit je einem Vorstandsmensch, der für ein Ressort verantwortlich ist. Dieser Mensch darf die Anfragen zu den Themen in diesem Ressort beantworten und dafür sorgen, dass die in dem Ressort angesiedelten Projekte gut vorankommen. Diese Einteilung sieht folgendermassen aus:
- Im Ressort “Admin” gruppieren wir all die Notwendigkeiten von Mitgliederdatenbank zu Kasse zu Protokollen und naheliegenderweise haben wir dem Präsidenten Thomas diesen Bereich untergejubelt.
- Unter dem Dach “Newbie” gruppieren wir die Newbiebetreuung, den Newbie-Event und Newbieanfragen. Milena, die mit Thomas am Newbietag den Bondagekurs gibt, hat das unter ihre Fittiche genommen.
- Unsere Projekte und Dienstleistungen für die Szene wie KAP, Kalender, Vernetzungen mit Stammtischen oder Discord fassen wir im gleichnamigen Ressort “Szene” zusammen. Vorstandskandidatin Zeldaaa betreut dieses Herzstück des Vereins.
- Von Parties über GV zu Workshops, im Ressort “Events” wird die Organisation eben dieser gestemmt. Und glaubt mir, die Komplexität dieser Events geht weit über Spaghettisaucen hinaus. Deswegen Danke an Fai, dass er sich dem annimmt.
- Unter “PR” sammeln wir alle Belange, die unseren Verein in die Aussenwelt repräsentieren. Sachen wie bspw. Medienanfragen, unsere geliebten Aufkleber oder Social Media gehören da rein.
- Totoro hat nicht nur dieses Ressort übernommen, sondern auch vorübergehend das Ressort “Education”, das alles, was die Wissensvermittlung betrifft, betreut.
Das darf man jetzt nicht falsch verstehen: Ressortleitung bedeutet nicht, dass diese Menschen alles machen, was ihr Ressort betrifft, oder eine besondere Macht innehaben, sondern das ist mehr eine Art “Sekretariatsfunktion”, die als Bindeglied zwischen Projekten und Vorstand fungiert.
Um enthusiastische Kinksters besser einzubinden, die vielleicht Interesse haben, an einer Sache mitzuhelfen (ohne gleich für den Vorstand kandidieren zu wollen), haben wir einen Prozess erschaffen, durch den wir Projekte auch ausserhalb des Vorstands umsetzen können – egal ob Projektleitung oder Projektmitarbeit, egal ob das Projekt vom VS initiiert wird oder die Idee von Vereinsmitgliedern kommt, egal ob einmalig oder eine längere Sache. Wir kriegen mehr umgesetzt, wenn wir mehr Hände an Deck haben. Stand heute haben wir 32 laufende Projekte im Verein, die wir aus der Zeit vor der Umstrukturierung übernommen und im neuen Prozess abgebildet haben.
Zu guter Letzt: Mehr Raum für strategische Ideen ist schon schaurig viel gegeben, wenn andere über die Spaghettisauce entscheiden. Eine etwas zielgerichtetere Struktur in den Vorstandssitzungen oben drauf, eine Portion Glück und eine Prise Humor und schwupps, findet sich plötzlich vielmehr Platz für zukunftsgerichtetes Denken statt von einer Pasta zur nächsten zu hecheln.
Vielleicht habt ihr den versteckten Aufruf gehört, aber ich mach’s noch ein bisschen lauter: Falls ihr Lust habt, Euch in der IG ab und zu mal aktiv einzubringen, meldet Euch! Egal ob zum Mitanpacken oder um ein Projekt zu leiten, egal ob einmalig oder um sich eine Sache länger zur Brust zu nehmen, wir freuen uns auf Euch!

